Gedanke1: Raus aus dem Wachstums-Dilemma

Aus Ökonomiologie Wiki

Die Ausgangssituation

  • Wachstum ist ein unverzichtbarer Motivator unseres Handelns
  • Wachstum, allein im Sinne der praktizierten Ökonomie, ruiniert unsere Erde und unsere Gesundheit.
  • Immer mehr Schäden reparieren zu müssen, heizt diese Art von schädlichem Wachstum weiter an
  • Die Selbstzerstörung beschleunigt sich; wir stecken fest im Wachstums-Dilemmadas ist ein schlechter Weg


Erdüberlastung. Entwicklung seit 1970







Abbildung 1  Erdüberlastung. Entwicklung seit 1970

Seit 1971, seit über 50 Jahren, verschulden wir uns bei unserer Erde (s. roter Diagrammbereich=Overshoot). Wir verbrauchen mehr als nachwachsen oder regenerieren kann. Dieses Jahr liegen wir in Deutschland bei 1,6 Erden. Weltweit haben wir seit 1971 19,48 Erden zu viel verbraucht (https://de.wikipedia.org/wiki/Überlastungstag, ausgelesen am 6.11.2021)

Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Das Ziel

Unser gemeinsames politisches Ziel ist definierbar durch unseren Selbsterhaltungstrieb und unserer Verantwortung zur Generationengerechtigkeit (Bsp. Pariser Klimaabkommen, …). Unsere Kinder und Enkel gehen bereits auf die Straße. Das Artensterben für unsere eigene Spezies ist keine Fiktion mehr.

Jedes Land für sich muss es schaffen, seinen Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) mindestens auf den 31.12. des jeweils aktuellen Jahres zu schieben, d.h. auf keinen Fall der Erde mehr zu schaden als sie im gleichen Zeitraum regenerieren kann. Die Erde hat ein sehr langes Gedächtnis und ist sehr nachtragend. Der Earth Overshoot Factor darf maximal 1,0 betragen. Erst bei < 1,0 beginnt nachhaltiges Handeln aus Sicht der Umwelt!

Etappenziel1: bei einer jährlichen Ressourcen-Verbrauchssenkung um ca. 6% ist in 2030 die jährliche Netto-Kreditaufnahme gegenüber der Erde auf einer schwarzen Null angekommen. Für Deutschland würde das bedeuten: im Zeitfenster von 2022 bis 2030 ein schrittweises Verschieben des Erdüberlastungstags vom 29. Juli (Quelle: www.umweltbundesamt.de) auf den 31.12. des Verbrauchsjahres. Während dieser 9 Jahre wäre die Erdüberlastung pro Jahr zwar niedriger als bisher, aber pro Jahr immer noch größer als 1,0, so dass sich bis 2030 unser Schuldenberg dennoch auf 22,12 Erden auftürmen würde.

Etappenziel2: Wir machen 5 Jahre konsequent weiter, mit 6% p.a., und haben bis 2035 gemeinsam den ökologischen Gegenwert von knapp einer Erde zurückbezahlt. Die Restschuld beträgt dann: 21,28 Erden. Der weitere Tilgungsplan ist rechtzeitig festzulegen.

Zur laufenden Messung dessen, was wir der Erde jährlich wieder zurückgeben (Öko-Payback) führen wir eine Arithmetik für nachhaltiges Wachstum ein, eine weltweit funktionierende Arithmetik für einen guten Weg.

Begründung: „Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken“ (Peter F. Drucker, Ökonom)