Gedanke5: Der Kompass zur Nachhaltigen Entwicklung

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Durch das Transformationssystem entstehen aus guten Taten erst Daten, dann Punkte, dann Zeitgutschriften und schließlich Geldgutschriften, Diese Zahl wird dann als Zweitwert, z.B. +45€, in den Wachstumsvektor eingetragen, ergibt z.B. bei 123€ ökonomischem Wachstum: 123|+45 €€ ökonomiologisches (Gesamt-)Wachstum. Wenn man sich vorstellt, dass es immer mehr Preisangaben gibt, die gleichzeitig zum klassischen Preis auch den ökologischen Preis nennen, kann man jeden Betrag bzw. jedes Konto über das Buch geführt wird, auch grafisch als eine Art Kompass darstellen. Die Höhe der Wertschöpfung kann an der Länge des Zeigers (= Betrag des Vektors), die Richtung der Wertschöpfung, d.h. der ökologische Wert, kann an der Stellung (=Winkel zur X-Achse=Nachhaltigkeitswinkel) des Zeigers abgelesen werden. Wir können die Richtung ändern, ohne einen Wachstumskurs zu verlassen.

In einer vereinfachten (Management-)Darstellung genügt es vielleicht, mittels des Zeigers nur den Nachhaltigkeitswinkel zu visualisieren, wie in folgender Abbildung: Nachhaltigkeits-Kompass (vereinfachtes Schema)



Abbildung 7  Nachhaltigkeits-Kompass (vereinfachtes Schema)


Folgende Darstellung ist von der Aussage her gleichwertig, zeigt aber besser, wie das Zusammenspiel der Vektoren des Wachstums funktioniert:

Zusammenspiel der ökonomischen und ökologischen Wachstumsvektoren



Abbildung 8 Zusammenspiel der ökonomischen und ökologischen Wachstumsvektoren

Die ökologisch guten Taten haben in Vektorschreibweise das Wachstum (1,1) in Vektorschreibweise bzw. 1|1 in ökonomiologischer Schreibweise. Die ökologisch schlechten Taten haben das Wachstum (3,-5) bzw. 3|-5.  Die vektorielle Addition (jede Komponente getrennt addieren) ergibt: 1|1€€ + 3|-5€€ = 4|-4€€ oder 4|-45€° Durch diese relativ kleiner gute Tat wurde der Nachhaltigkeitswinkel von -59° auf -45° verbessert, d.h. die Schadschöpfung um 14° reduziert. 0° bedeutet Gleichgewicht zwischen ökonomischem und ökologischem Wachstum. Dann ist das Ziel erreicht.

Um in einem T-Konto der Buchführung nun einen Buchungsposten unterzubringen, der aus zwei Werten besteht, z.B. 123|-45 €€ für Schadschöpfung, könnte man jede Spalte (Soll, Haben) nochmals unterteilen in den ökonomischen Anteil (=123€) und den ökologischen Anteil (=-45€) oder ein T-Konto einfach doppeln (=synchronisiertes Doppel-T-Konto), wobei das erste nur die ökonomischen Buchungen (wie bisher) und das zweite nur die dazu synchronen ökologischen Buchungen aufnimmt (so wie schrittweise die Daten verfügbar sind). In beiden Fällen liefern die Salden die jeweiligen Achsenwerte für die Darstellung im Nachhaltigkeits-Kompass.

Jeden Tag eine absolut gute Tat zur ökologischen Wertschöpfung oder jeden Tag eine relativ gute Tat zur Reduktion der ökologischen Schadschöpfung. Das bewegt den Zeiger nach oben. Das macht Sinn und gibt ein gutes Gefühl. Der Weg zur gesellschaftlichen Anerkennung muss sicher noch gefunden werden, aber warum soll ein vorzeigbarer Kompass nicht ähnlich wertig auf das Sozialprestige wirken können wie z.B. eine Rolex in der ‚material world‘? Die EU-Kommission jedenfalls will ab 2024, dass Unternehmen nicht nur über ihre wirtschaftliche Entwicklung einmal jährlich Rechenschaft ablegen, sondern auch über ihr Abschneiden nach Nachhaltigkeitskriterien. Nachhaltigkeit wird Teil des Geschäftsberichts. Es wird spannend.