Gedanke3: Wachstum als vektorielle Größe aus Ökonomie und Ökologie
Unser volkswirtschaftliches oder betriebswirtschaftliches Wachstum als vektorielle Größe darzustellen, ist ein erweiterter Ansatz zur Beschreibung von Wachstum – eine kleine Nachhaltigkeits-Mathematik.
Bisher ist Wachstum einwertig, d.h. eine Zahl, ein Skalar. Ein Skalar ist eine mathematische Größe, die allein durch die Angabe eines Zahlenwertes charakterisiert ist. Ein Skalar ist richtungsunabhängig. z.B. 1€ Wachstum ist 1€ Wachstum, egal wo oder wie dieses zustande kam, Schäden an Ökosystemen werden ignoriert bzw. sind hierbei nicht sichtbar.
Um dem Wachstum eine gewünschte Richtung geben zu können, brauchen wir Vektoren. Ein Vektor ist also ein Element aus Betrag (=Länge) und Richtung (=Winkel). Z.B. 1€ ökonomisches Wachstum bleibt zwar 1€ ökonomisches Wachstum, aber dem ökonomischen Wert wird ein ökologischer Wert als Zweitwert zugeordnet. Für regeneratives Wachstum werden somit zwei Zahlenwerte benötigt. Der erste rein ökonomische Zahlenwert ist identisch wie bisher, der zweite Zahlenwert gibt gleichzeitig den entsprechenden ökologischen Nutzen bzw. Schaden an. Es gibt bereits einige Ansätze und (Software-)Werkzeuge, den finanziellen Wert von ökologischen, regionalökologischen und sozialen Leistungen zu ermitteln. Diese Werte könnten als Basis für den Zweitwert verwendet werden. Um Wachstum in der (Aus-)Wirkung auf das Gesamtsystem (X-Achse: auf das Wirtschaftssystem der Menschen und Y-Achse: auf das Ökosystem der Erde) gleichzeitig zu bewerten, werden also zwei Größen, die ökonomische und die ökologische Dimension, zu einem ökonomiologischen Ausdruck zusammengefasst. Das Wachstum wird dargestellt als zwei Zahlenwerte jeweils in € oder als ein Zahlenwert in € gefolgt von einem Richtungswinkel (für den ökologischen Wert), dem sog. Nachhaltigkeitswinkel. Dieses ganzheitliche Wachstum heißt ökonomiologisches Wachstum und ist der Ortsvektor zum Punkt (A, B). Die ökonomiologische Schreibweise des Wachstums inkl. der Einheiten lauten bei zwei Zahlenwerten in Euro: a|b €€ oder bei einem Zahlenwert in € und dem Richtungswinkel: w|χ €°:
Die Verbesserung des Richtungswinkels (=Nachhaltigkeitswinkel) um einen vereinbarten Betrag in einer Planungsperiode, z.B. in einem Kalenderjahr, würde sich sehr gut eignen als Zielvorgabe innerhalb von Unternehmen, von Verbänden oder auf politischen Ebenen.
Abbildung 3 Wachstum als Vektor
Thesen:
• die ganzheitliche Sicht ermöglicht neue Ansätze für Anreizsysteme zur Beteiligung der Menschen, zur Anerkennung ihrer Leistung und somit zur freiwilligen Änderung ihres Verhaltens.
• Das Transformationsverfahren hin zum gesuchten guten Weg kann jeder Einzelne selbstbestimmt für sich, aber auch jede Organisation anwenden und jeder Beitrag kann sehr einfach mit anderen Beiträgen aufaddiert werden zu einem Gemeinschaftswerk.
• Ein bisher primär auf Ressourcenverbrauch ausgerichteter persönlicher Lebensstil wird infolge seiner ökologischen Schäden durch weiter steigende Preise bzw. höhere Steuern (z.B. CO2-Steuer) immer stärker sanktioniert, um diese Entwicklung einzubremsen. Aber persönlich ökologischen Nutzen zu schaffen, ist unsere Zukunftsaufgabe, bringt einen sinnstiftenden Ausgleich und sollte hohe gesellschaftliche Anerkennung bringen.
• Tätigkeiten und Projekte, die einen attestierten ökologischen Nutzen bringen, können nun formal anerkannt und belohnt werden, z.B. in Form von Bonuspunkten, Auszeichnungen bis hin zu Steuererleichterungen. Steuererleichterungen ermöglichen politisch die stärkste Einfluss- und Lenkungsmaßnahme.
• Die Methode ist sofort einsetzbar. Sie fördert die freiwillige Selbstverantwortung und die gemeinsame Motivation zur Stärkung des Gemeinwohls.
