Persönliche Botschaft

Aus Ökonomiologie Wiki

Mir geht es darum, aus eigener Überzeugung freiwillig anzupacken und etwas konkret zu tun. Die private Initiative, Bienenroute, aus der diese Gedanken entstanden sind, ist: wieder mehr Blüten- und Strukturvielfalt in unserer dicht besiedelten, ausgeräumten lokalen Kulturlandschaft zu schaffen und praktikable Ansätze zu finden (z.B. citizen science monitoring), um den selbst geschaffenen Nutzen zu evaluieren. Blütenangebot und Blütenvielfalt (Pflanzen) schaffen Artenvielfalt (Tiere). Das Insektensterben ist auch in unserer Region und im Imkerverein angekommen. Die aktuelle Lage ist das Werk des homo sapiens und selbstverschuldet. Persönliche Kapitulation oder Nichtstun ist keine Optionen.

Mit Hilfe der hier skizzierten Ideen soll es leichter gelingen, mit noch mehr Bürgern in ein zielorientiertes Gespräch zu kommen und viele zum Mitmachen zu gewinnen. Wie stark die Erwartungshaltung ist hinsichtlich Anerkennung oder materieller oder ideeller Anreize, soll per Umfrage ebenfalls herausgefunden und dann auch bestmöglich unterstützt werden.

Wichtig erscheint mir, bei diesem Vorgehen sichtbar zu machen, wie jede gute Tat sich wie ein Puzzleteil in ein ‚big picture‘ fügt, um ziellosen Aktionismus zu vermeiden. Und jedes Puzzleteil ist Hilfe zur Selbsthilfe, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Der Erfolg ist der Erfolg vieler engagierter Bürger. Das analoge und digitale Ehrenamt (FSJ, FÖJ, Volunteers, …) ist m.E. der Schlüssel. Die vielen, vielen Arbeitsstunden wären niemals bezahlbar, geschweige denn ‚klassisch‘ organisierbar. Intelligente Zusammenarbeit, die Intelligenz des Schwarms, funktioniert anders. Ein funktionierender europäischer Ehrenamtspass könnte helfen (die Idee dazu wurde bereits 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit formuliert…). Wir wollen Ideen und Argumente liefern und dadurch Druck aufbauen, diese Formate entsprechend weiterzuentwickeln, um sie dann mindestens EU-weit millionenfach durch mehr ökonomiologisches Engagement für Mensch und Umwelt zum Einsatz zu bringen. Für die großen Herausforderungen Biodiversität, Klima und Pandemie müssen wir das ganz große Besteck auffahren. Die EU, als bisher wirtschaftliches Zweckbündnis, kann inhaltlich-programmatisch seit längerem nicht mehr überzeugen. Warum also nicht die wirtschaftlichen und dringend zu realisierenden ökologischen Verbesserungen in einen ökonomiologischen Topf tun und EU-politisch definieren? Das wäre ein neues Friedensprojekt. Pro-Europäer zu sein hätte wieder einen gemeinsamen Nenner und es wäre klar nachvollziehbar was es heißt, Europa besser zu machen. Dies könnte der EU einen neuen Sinn geben.

Teil der Vision ist, erstmal pragmatisch zu zeigen wie es im Kleinen (lokal und bottom-up) klappt und dann über entsprechende Kommunikation andere Personen oder Gruppen eine Vorlage zu geben, mit wenig Rüstaufwand und in kürzester Zeit selbst in ihrem Umfeld anzupacken. Wir haben für unser Anliegen, Bienenroute, vier Rollen definiert, die zusammen den nötigen Workflow abdecken können: Blühflächenpate, Blütengärtner, Blütenbeobachter und Blütennetzwerker. Die Aufgaben sind so beschrieben, dass jeder allein oder in Gruppen ‚ausschwärmen‘ kann. Die Regeln sind einfach, das System ist robust. Die einzelnen Tätigkeiten, Nachhaltigkeitskriterien und Datenobjekte, Punktezuordnung und Transformationsfaktoren werden gerade diskutiert und sollen in der kommenden Blühsaison erprobt werden. Daten- und Wissensbasis ist die web-Plattform www.bienenroute.de. Die Organisation liegt bei dem gemeinnützigen Verein bienformatik e.V. (www.bienformatik.org). Vielleicht wird Bienenroute irgendwann eine Kooperation mit einem Kern aus Online-Freiwilligenprojekt organisiert als Social-Franchising-Modell.

Ich weiß nicht warum, aber vitale Bienen zu sehen, gibt mir Freude pur und ein gutes Gefühl. Und wenn ich zu dieser Vitalität etwas beitrage, auch das Gefühl ein Werttägiger, zu sein. Es ist nicht die einzige Quelle meiner Wertschöpfung, aber eine wichtige 😉

Herzlichen Dank für Dein/ Ihr Interesse.